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Christof Gassner: Kieler Woche 1993

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Hinweise zum Graphikkauf im Internet (insbesondere eBay)

 

Im Folgenden habe ich ein paar ungeordnete aber (hoffentlich) nützliche Hinweise zum Graphikkauf zusammengestellt, deren Berücksichtigung einen Fehlkauf nicht völlig ausschließen, seine Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich reduzieren können.
 

Die meisten in der ebay-Rubrik „Originalgraphik“ angebotenen Blätter sind keine Originalgraphiken!
Lesen sie die Artikelbeschreibung genau durch. Oft gibt es ganz hinten im „Kleingedruckten“ einen Hinweis darauf, daß es sich bei dem angebotenen Blatt um eine Reproduktion handelt.
Auch „Schnäppchenkäufe“ sind in der Regel kein Schnäppchen. Die Verkäufer wissen was ihre Produkte wert sind.
Seien sie vorsichtig bei Graphiken die als Dachbodenfund, Flohmarktkauf etc. angeboten werden.
Auch Bilder mit der Bezeichnung „echter Picasso?“ oder „ich kenne mich da nicht aus“ mit folgenden, eindeutigen Hinweisen auf einen bekannten Künstler sind sehr fragwürdig.
Kaufen sie keine Graphik mit Echtheitszertifikaten.
Das einzige seriöse „Echtheitszertifikat“ ist ein Nachweis im Werkverzeichnis. 
Fragen sie den Verkäufer eindeutig, ob es sich um einen Originalgraphik handelt und um welche Technik genau.
Fragen Sie bei unnummerierten, unsignierten Graphiken nach der Herkunft (aus welchem Buch, etc.)
Bestehen Sie insbesondere bei bekannten Künstler wie Picasso, Chagall, Braque, Miró auf eine Angabe der Werkverzeichnis-Nummer.
Bei Hinweisen auf ein Werkverzeichnis das sie nicht kennen scheuen Sie sich nicht, den Verkäufer nach dem genauen Titel bzw. Inhalt zu fragen.
Ein Hinweis wie „vergleiche Mourlot“ oder „siehe auch Mourlot“ bedeuten: Es handelt sich nicht um das bei Mourlot beschriebene Blatt sonder um eine Reproduktion des Blattes, ein ähnliches Motiv etc.
Fehlt der Hinweis auf ein Werkverzeichnis, oder weicht das angebotene Blatt von den Angaben im Werkverzeichnis ab, fragen sie den Verkäufer welche Argumente er für die Echtheit des Blattes hat.
Die Kaufrechnung eines renomierten Auktionhauses oder einer renomierten Galerie können für die Echtheit einer Graphik sprechen (notfalls einfach anrufen).
Der Hinweis: „direkt vom Künstler erworben“ hilft nur wenn der Verkäufer dies auch beweisen, oder zumindest glaubhaft machen kann.
Das Wasserzeichen oder Trockenstempel eines bekannt Verlegers oder einer bekannte Druckerei sprechen für die Echtheit.
Vorsicht: in letzter Zeit werden viele Reproduktionen auf Büttenpapier mit dem Wasserzeichen „Arches“ angeboten. Hierbei handelt es sich lediglich um die Bezeichnung einer Papiersorte welche auch oft bei Originalgraphik verwendet wird.
Nummerierte und signierte Graphiken unbekannter Künstler sind meisten echt. (eine Fälschung würde sich nicht lohnen)
Lithographien sind nicht automatisch Originallithographien.
Dasselbe gilt für Seriegraphien bzw. Siebdrucke.
Nummerierte Graphiken sind nicht automatisch Originalgraphiken. Im Gegenteil, eine Nummerierung ohne Signatur (ausgenommen Plakate) ist in der Regel ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine Originalgraphik handel.
Signaturen ohne Nummerierung (ausgenommen Plakate und Editionen von Kunstvereinen) sind in der Regel Gefälligkeitssignaturen – oder falsch.
Graphiken „nach ...“ sind Reproduktionen.
Offsetlithographien sind Reproduktionen.
Granolithographien mit und ohne „original“ sind Reproduktionen.
Pochoirs (Schablonendrucke) sind Reproduktionen. 

 

Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen speziell zu Künstlerplakaten.

 
Zur Begriffsbestimmung verweise ich auf die Seite: " Info, Künstlerplakate".
Es gelten die obengenannten Kriterien für Originalgraphik.
Da ein Plakat in der Regel mit einem Text versehen ist, der eine Identifikation leicht möglich macht, und es ja auch eine gewisse Größe hat, die von der seiner Reproduktionen in der Regel deutlich abweicht, ist die Beurteilung der Originalität sehr viel unkritischer als bei sonstiger Druckgraphik.
(Keine Regel ohne Ausnahme: es werden in letzter Zeit insbesondere bei ebay-USA Plakate von Picasso und Miró, der Göße 34x25 cm!, welche ganz offensichtlich aus einem Buch herausgetrennt wurden (teilweise sogar mit Seitennummern), angeblich handsigniert angeboten. Wer so etwas kauft dem ist mit guten Rastschlägen wohl nicht zu helfen.)
Für Picasso, Chagall, Miró und Tàpies gibt es Werkverzeichnisse der Originalplakate, in vielen Werkverzeichnissen für Originalgraphik sind auch die Originalplakate mit aufgeführt (Braque, Estéve, Chillida, Poliakoff,Wunderlich, etc.).
(Jedes Kunst-Museum hat eine Bibliothek in der man Werkverzeichnisse einsehen kann.)
Originalplakate sind in meist mit einem Druckvermerk versehen. Die bekanntesten Drucker sind: Mourlot, Arte, Arnéra, Desjobert, La Poligrafa, Erker-Presse, Damian Causs, Mattieu, um nur die wichtigsten zu nennen.
Sie  bürgen in der Regel für die Originalität eines Künstlerplakates.
Bei Picasso, insbesondere den Linolschnitten sind oft gleichzeitig Reproduktionsplakate mit gleichem Motiv erschienen. Diese lassen sich in durch den Druckvermerk oder die Größe leicht identifizieren.
Eine Besonderheit sind die Plakate für die Olympischen Spiele in München 1972.
Die in einer Auflage von 4000 Expl. Erschienenen Originalgraphiken haben die Größe 102x64 cm. Die gleichzeitig erschienene Offset-Variante in hoher Auflage, welches durchaus als Originalplakat bezeichnet werden darf (aber nicht als Originalgraphik), hat die Größe 101x 64 cm.
Ansonsten, und dieses gilt wieder für alle Kunstkäufe: lieber eine Frage zuviel an den Verkäufer als eine zu wenig.
Jeder ehrliche Verkäufer wird Ihre Fragen beantworten. Und wenn Sie etwas nicht verstanden haben, nachhaken! Und wenn Sie keine befriedigenden Antworten erhalten, besser nicht kaufen.

 

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